Die Situation der Hühner ist auch im ‚Feinkostladen‘ und Bio-  Land Österreich zumeist eine furchtbare. Ja, es stimmt, wir   haben lange gearbeitet um das ‚Käfighaltungsverbot‘ zu  erreichen – und die Umsetzung dessen ist wohl als einer der  ganz großen Erfolge der Tierrechtsbewegung dieses Landes in  die Geschichte eingegangen. Dennoch, leider setzt sich der  Siegeszug der Industrialisierung auch in der Tierhaltung  immer mehr durch. Die Betriebe werden weniger, aber immer  größer, mit einer immer höheren Anzahl von Tieren. Selbst in  Salzburg, wo der Lebensraum noch natürlicher scheint, ist  unlängst ein Bodenhaltungsbetrieb für 15 000 Eier-  produzierende Hühner entstanden. Bodenhaltung kann aber nicht die Lösung des Problems sein,  darf allerhöchstens als Zwischenschritt zur Erreichung einer  ethisch korrekt handelnden Gesellschaft angesehen werden.  Die Kampagne gegen die Hühnerhaltungsbetriebe kann nicht  mit dem Verbot der Käfige beendet sein – ganz im Gegenteil:  die Bodenhaltung von Hühner ist deren Natur zutiefst  widersprechend, verursacht eine Armada von verschiedensten  Krankheitsbildern, ist unhygienisch und grausam.  Die Hühnermast ihrerseits entledigt sich von selbst  jeder  Diskussionsgrundlage; Tiere, welche eine natürliche  Lebenserwartung von bis zu 20 Jahren hätten, werden im  Schnellverfahren 6 Wochen gemästet und dann im Babyalter  geschlachtet. Die Vögel werden als Küken in die Hallen  gebracht, auf frischem Stroh und anfänglich relativ viel Platz  unter ständiger Beleuchtung, welche zum Essen anreizen soll,  gehalten. Dieses Stroh wird natürlich während der nächsten  sechs Wochen niemals gewechselt, wie denn auch, in einer  Halle mit mehreren Tausend Tieren! Nun wachsen die auf  Fleischansatz gezüchteten Hühner unglaublich schnell,  Knochen brechen, weil das Skelett dem Gewichtszuwachs oft  nichts entgegen zu setzen hat (eine Tatsache veranschaulicht  die Größenordnung der Genmanipulation: ein Masthuhn  erreicht in nur 6 bis 7 Wochen das rund 60fache seines  Geburtsgewichtes!!!). Es ist Fakt, wir wissen es aus eigener  Erfahrung, dass Masthühner selbst nach einer Befreiung aus  dieser misslichen Lage nun allerhöchstens zwei Jahre vor sich  haben, dann fast so groß wie Truthähne sind; der Körperbau  hält dem Gewicht spätestens ab diesem Zeitpunkt, zu  allermeist aber noch viel früher,  nicht mehr stand, die Organe  versagen.  Eine Ausfallsquote von oft Dutzenden Tieren am Tag ist  während der Mast gegeben – und wird einfach so  hingenommen, der ‚Wert‘ eines Masthuhnes liegt im Cent-  Bereich…   Masthühner werden nicht als Lebewesen gesehen, sie sind  zum lebenden Nahrungsmittelvorrat degradiert!  Um diesen  Umstand zu ändern startet RespekTiere immer wieder  Kampagnen für diese Tiere – mit dem Ziel der Öffentlichkeit  die Wahrheit hinter der Maske des ‚Kulturgutes Brathuhn‘ zu  zeigen!